Eine nachhaltige CDS-Landschaft entsteht nicht durch das Erstellen einzelner Views, sondern durch ein durchdachtes, klar dokumentiertes Architekturmodell. Dieses legt fest, wie CDS-Views strukturiert, benannt, erweitert und miteinander verknüpft werden. Je klarer diese Leitlinien sind, je stabiler bleibt das Gesamtsystem – und umso leichter lässt es sich über Jahre hinweg erweitern und pflegen.
Das zentrale Element ist ein geschichtetes Modell: Basissichten schaffen den technisch sauberen Zugang zu Tabellen. Composite Views bündeln mehrere Basissichten, harmonisieren Logiken oder ergänzen fachliche Berechnungen. Consumption Views bilden schließlich die konsolidierte, anwenderorientierte Ebene, die von Fiori, SAC oder externen Reporting-Tools konsumiert wird. Dieses Layering hält Modelle übersichtlich und sorgt dafür, dass Anpassungen immer an der richtigen Stelle vorgenommen werden.
Ein klar definierter Namensraum ist ebenso wichtig. Einheitliche Benennungen erleichtern Entwicklern und Architekten die Orientierung, erhöhen die Wiederverwendbarkeit und verhindern redundante oder widersprüchliche Modelle. Viele Unternehmen setzen zusätzlich auf einen CDS-Katalog, der dokumentiert, welche Views existieren, welche Felder sie enthalten und wie sie zusammenhängen. Solche Kataloge bilden die Grundlage für Governance, Qualitätssicherung und eine strukturelle Weiterentwicklung der Architektur.
Auch technisch gibt es bewährte Regeln, die Wartbarkeit und Performance sichern: die bevorzugte Nutzung von Associations statt komplexer Joins, sprechende Feldnamen, sauber definierte Schlüssel und ein konsequenter Einsatz von Annotationen. Imperative Logik via SQL Script sollte nur dann eingesetzt werden, wenn deklarative Ansätze tatsächlich an Grenzen stoßen – und diese müssen bei Einsatz klar dokumentiert werden.
Performanceoptimierung ist ein weiterer Erfolgsfaktor. Selbst eine leistungsfähige HANA-Datenbank kommt an Grenzen, wenn Views falsch modelliert sind. Besonders bei großen Tabellen oder stark genutzten Modulen sind frühe Filter unerlässlich. Organisationsstrukturen wie Buchungskreise, Werke oder Einkaufsbereiche sollten bereits in Basissichten oder Composite Views berücksichtigt werden, damit HANA die Datenmenge früh reduzieren kann. Frühzeitiges Filtern ist einer der zuverlässigsten Wege, um Antwortzeiten niedrig und Systemlast gering zu halten.
Nicht jede Sicht muss das vollständige Datenuniversum eines Moduls abbilden. Oft sind gezielte Subsets – etwa nur offene Bewegungen, aktuelle Belege oder aktive Materialien – sinnvoller. Je präziser ein Modell die fachliche Fragestellung abdeckt, desto performanter und verständlicher wird es.
Governance spielt eine weitere entscheidende Rolle. Unternehmen benötigen klare Regeln, wann neue Views erstellt werden, wie sie in die Architektur eingeordnet werden und wie Erweiterungen vorzunehmen sind. Dazu gehören Freigabeprozesse, Qualitätschecks, Namenskonventionen und definierte Richtlinien für kundenspezifische Erweiterungen. Werden diese Prinzipien konsequent gelebt, entsteht eine CDS-Landschaft, die wartungsarm, stabil und zukunftssicher bleibt.
In Summe gilt: Nur mit sauberer Architektur, Modellierungsdisziplin und einem bewussten Umgang mit Performance entfalten CDS ihr Potenzial. Unternehmen erhalten ein skalierbares, verlässliches Datenmodell im Herzen ihres ERP – die Grundlage für dauerhaft erfolgreiche Embedded Analytics.