Mit S/4HANA hat SAP die technische Basis für moderne Planung erneuert. Besonders im Finanz- und Controllingbereich wurde mit ACDOCP erstmals eine zentrale, durchgängig integrierte Plandatentabelle geschaffen. Planwerte können damit – zumindest theoretisch – unmittelbar in Fiori-Analysen und Plan-Ist-Vergleichen genutzt werden.
In der Praxis zeigt sich jedoch ein anderes Bild: Für viele Unternehmen ist die Planung mit dem Umstieg auf S/4HANA nicht besser geworden als unter ECC. Die klassischen CO-Planungstransaktionen (zum Beispiel KP06, KP26, KPF6 im Bereich der Kostenrechunung) existieren weiterhin, schreiben aber in die alten ECC-Tabellen (COSP, COSS), die in der neuen Analytik schlicht nicht berücksichtigt werden. Das Ergebnis ist ein Plan, den das System zwar „irgendwie“ hat – aber nicht dort, wo S/4HANA ihn erwarten würde. Viele Unternehmen lösen dieses Dilemma pragmatisch, indem sie weiterhin extern planen und die Ergebnisse anschließend über die Fiori-App „Import Financial Plan Data“ in ACDOCP hochladen.
In der Logistik ist die Situation anders gelagert. Mit MATDOC wurde die technische Basis deutlich modernisiert, wovon Szenarien wie MRP Live, Predictive MRP oder Demand-Driven MRP profitieren. Was jedoch fehlt, ist ein vergleichbar einheitlicher Planungslayer wie im Finance – logistische Planung bleibt stärker verteilt und prozessspezifisch.
Die neue S/4HANA-Planungsarchitektur bietet somit großes Potenzial, wird aber ohne geeignete Werkzeuge kaum genutzt.