Die Cutoverphase erfordert eine hochpräzise zeitliche Steuerung. Der Ablaufplan muss die gewählte Datenladestrategie exakt abbilden und sicherstellen, dass speziell für Deltaverfahren des LO-Cockpit, Queue-Mechanismen und Deltazeiger in der richtigen Reihenfolge gesetzt werden und letzte bzw. erste Datenladung zeitlich passend stattfinden. Es ist dringend empfehlenswert, alle Schritte in einem interdisziplinären Cut-Over-Drehbuch, mit Tätigkeiten aus Modul-, Basis-, und BW-Team zusammenzufassen und eine gemeinsame und proaktive Kommunikationskultur vorzubereiten.
Eine Generalprobe auf einem Vorsystem oder Testsystem ist unbedingt empfohlen, besonders wenn der eingangs beschriebene „datenmodellaufwandsarme“ Weg über eine einfache RFC-Umstellung genutzt wird. Dies ist wichtig, um so ein eingespieltes und damit zeitlich effizientes Vorgehen zu gewährleisten – denn Zeit zum Ausprobieren und der Fehleranalyse bleibt während des Produktiv-Cut-Overs nicht, da jede Stunde S/4HANA-Migrationszeit gleichbedeutend mit dem Stillstand operativer Prozesse ist.
Bezogen auf Bearbeitung des Drehbuchs ist wichtig, dass die Schritte im interdisziplinären Team durchgeführt, geprüft und freigegeben werden, um Konsistenz und Vollständigkeit der Daten sicherzustellen.
Für umfangreiche Beladungsaufgaben empfiehlt sich ferner, dedizierte automatisierte Ladeprozesse oder Jobketten einzusetzen. Dabei gilt es zu berücksichtigen, dass mitunter nicht alle Daten des neuen S/4HANA-Systems in die SAP BW-Umgebung geladen werden dürfen. Historische Übernahmewerte wie Initialbuchungen, Salden oder Offene Posten sind häufig schon aus der „alten“ Welt im SAP BW vorhanden und müssen so aktiv bei der Verbuchung ausgeschlossen werden.